Deutsche Sprach, schwierig Sprach!Moin! Schön, daß Sie sich bis hierher verirrt haben -- oder sollte ich Absicht unterstellen? In diesem Fall sage ich nur: Herzlich Willkommen! Lassen Sie sich von fremden Gedanken inspirieren. Auf dieser Seite geht es um etwas Elementares, etwas, das dem heutigen Menschen inhärent ist, was ebenfalls ein Teil seiner Kultur ist: der (deutschen) Sprache. Verfällt die eigene Landessprache, so verfällt auch die dahinter stehende Kultur. Je komplexer Sprache und Kultur sind, desto schöner und intellektueller erscheint sie. Der Unterschied zur Kommunikation im Tierreich fällt größer aus. Den Anfang hat bereits eine sogenannte "Reform" gemacht, die ein deutlicher Rückschritt ist: die "Neue deutsche Rechtschreibung". Dies ist ein Konstrukt zur Dekonstruktion deutscher Sprache. Sie entwurzelt, verfälscht, verwirrt dort, wo Klarheit herrschen sollte -- als die Regeln der alten Rechtschreibung noch galten. Diesen Mißstand werde ich auf dieser Seite aufzeigen, analysieren und begründen, warum es fatal ist, diesen Mist™ zu leben. Deswegen ist diese gesamte Heimseite (umgangssprachlich als "Homepage" bezeichnet) ausschließlich in alter deutscher Rechtschreibung verfaßt. Damals™ wurde die Einführung der geänderten Regelwerke bezüglich deutscher Sprache damit begründet, daß wir viele Einwanderer hätten, welche die deutsche Sprache als zu schwierig zu erlernen empfänden. Das ist aber aus gleich mehreren Sichtweisen intellektuelles Flachwasser: - Sprache erlernt man primär durch Anwendung, sprich: durch Sprechen, schreiben, lesen. Ob man nun lernt, daß ein Esel nicht "Eßel" heißt oder doch "Esel", ist dabei zweitrangig: erlernt ist erlernt. - Ja, die Grammatik ist nicht einfach. Trotzdem folgt sie klaren Vorgaben und läßt sich in den allermeisten Fällen logisch nachvollziehen. Das Gehirn denkt nun einmal logisch, denn das Wort "Logik" entstammt aus dem Griechischen, von dem Wort "logike", was sinngemäß bedeutet : "Wissenschaft des Denkens" oder auch "zur Vernunft gehörend". Dachte ich früher, daß Sprache unlogisch sei, so muß ich diese Ansicht, zumindest größtenteils, revidieren -- und diese Revision durch die "neue" "Rechtschreibreform" wieder rückgängig machen, denn sie bringt tatsächlich viele unlogische Aspekte ein. Sprache ist historisch, sie ist gewachsen, sie hat eine oft sehr lange Vergangenheit. Genau das ist ja gerade die Kultur. - Jetzt wird so Mancher einwenden: "Aber Sprache verändert sich doch im Laufe der Zeit!" Ja, das ist korrekt, aber: innerhalb des Volkes. Änderungen werden nicht von der Obrigkeit vorgeschrieben, wie das mit der "Neuen deutschen Rechtschreib"-"Reform" getan wurde. Das ist der gleiche Nonsens wie mit dem "Gender-Sprech" (wird später behandelt werden). Sprache muß gelebt werden. Wenn eine Minderheit der Mehrheit sprachliche Vorgaben oktroyieren will, wird es immer Widerstände geben. - Wer aus dem Ausland hier her kommt, aus welchen Gründen auch immer, und sich integrieren will, der wird zwangsläufig Deutsch erlernen, ganz gleich, wie schwierig es ist. Voraussetzung dafür ist der Wille, dies auch zu tun. Fehlt dieser Wille, so ist es völlig gleich, wie leicht oder schwer eine Sprache zu erlernen ist. - Nicht zuletzt darf der Teil nicht fehlen, den ich bereits in der Einleitung angeführt habe: Kulturverlust bei gleichzeitiger Verunsicherung der existierenden Bevölkerung, die mitunter völlig andere Vorgaben gelernt hat. Diese, wozu ich auch gehöre, fühlen sich durch derartige Änderungen zu Recht vor den Kopf gestoßen. Dies ist, wie zwei Punkte vorher angesprochen, meine Form des Widerstandes. Ich kann nur für mich sprechen, aber wenn mir eine Vorgabe unsinnig erscheint und mir die Gründe dafür niemand schlüssig & logisch nachvollziehbar darlegen kann, so behalte ich mir grundsätzlich vor, diese Vorgaben nicht zu befolgen. Weder lebe ich in einer Diktatur noch arbeite ich beim Militär. Man könnte nun denken: ich schimpfe nur um des Schimpfens willen. Deshalb werde ich meine Haltung entsprechend begründen. dass -- daßDahinter steckt mehr, als die bloße Ersetzung eines scharfen "s" durch zwei weiche "s", nämlich die Abschaffung (oder zumindest der Anfang davon) eines elementaren Zeichens der deutsche Sprache, dem sogenannten "eszett": "ß". Es treibt Stilblüten. Lernte ich einst in der Schule (bei einer sehr kompetenten wie auch sehr attraktiven Deutschlehrerin), daß man einen Vokal schnell spricht, der von einem doppelten Konsonant gefolgt wird, so ergibt es sich: - Fußball: langes "u", also: Fuuußball - Fussball: kurzes "u", also "Fussball" "Ball" spricht man ja auch mit einem kurzen "a", weil dahinter zwei "l" folgen; welcher Mensch spräche schon: "Baaal", der noch bei Sinnen ist? "Fussbaaaaaal"...man kann deutlich erkennen, wohin es führt, wenn man diese Grundregel außer Kraft setzt. Da ist es schon fast vernachlässigbar, daß das (sic) "das" dabei verunstaltet wird, ist es doch scheinbar "nur" ein Kollateralschaden der Opferung des "Eszetts". Es führt außerdem dazu, daß in manchen Fällen ein "das" geschrieben wird, wo ehemals ein "daß" und heute ein "dass" hingehörte; man achtet nicht mehr darauf, was langfristig zu einem Wildwuchs führen könnte, den selbst Experten am Ende nicht mehr verstehen. Wegfall des Hochkommas bei AuslassungenWas früher umgangssprachlich als "Deppenapostroph" bezeichnet wurde, das war die falsche Anwendung des sogenannten Auslassungszeichens, des Hochkommas, das gerne als Apostroph oder Akzent mißgedeutet wird (und tatsächlich auch von vielen Menschen auf einem Computer als solches falsch eingegeben wird). Einfaches Beispiel: gibt's -- gibts Das ist aus gleich mehrfacher Sicht wichtig für die deutsche Sprache, denn es dient nicht nur der Unterschiedung und damit der Klarheit, sondern hat auch noch die Funktion inne, die gelesene Sprache sofort in Gedanken zu übersetzen. Man "spricht" quasi im Geiste laut mit, und wenn es dabei zu Stolperfallen kommt, so beeinträchtigt das den allgemeinen Zustand. Die neue Regel sieht vor, es einfach weglassen zu dürfen. Die Losung war einfach: Ein Hochkomma wird dann gesetzt, wenn es genau einen Buchstaben ersetzen soll. Nur in der Lyrik darf es, der Kunstform wegen, auch dann eingesetzt werden, wenn mehr als zwei Buchstaben ausgelassen werden. gibt's: gibt es gibts: gibt das Nun stelle man sich vor, daß es, wie mir beim größten europäischen Fachmagazin für Computertechnik erklärt wurde, sogar redaktionelle Leitlinie würde, eben nicht mehr zwischen "gibt's" und "gibts" zu unterscheiden, sondern -- Achtung -- stattdessen nur noch "gibts" schriebe. Nun wird es, um es in meinen Worten zu formulieren, affig, denn Affen haben, im Vergleich zum Menschen, eine sehr vereinfachte Form der akustischen Kommunikation. Manchmal wünschte ich mir, daß wir als Menschen dies auch hätten, dann müßten wir uns nämlich nicht mit wichtigen Details herumärgern. Andererseits sagt man Affen nicht gerade nach, daß sie so etwas wie eine (Sprach-)Kultur besäßen. Jemand wie ich, der diesen elementaren Unterschied in seiner heranwachsenden und damit prägenden Phase in der Schule erlernte, wird jedes Mal ein "gibts" wie ein "gibt das" lesen. Das ist eine klassische Stilblüte der deutschen Sprache. Die "Neue deutsche Rechtschreibung" stellt viele ehemaligen festen Regeln zur Disposition und sorgt so dafür, daß die deutsche Sprache regelrecht entstellt wird. Klassisches Beispiel: "Das gibts doch nicht!" Liest sich wie: "Das gibt das doch nicht!" Klingt komisch? Ja, das soll es wohl. Da kann man nur neidisch auf nachwachsende Generationen werden, welche diesen Unterschied gerade nicht in der Schule lernen und damit die kognitive Dissonanz ausbleibt. Man züchtet sich Sprachzombies. Diese werden jedoch durch diese "Regel" in Unklarheit gelassen, ob nun ein "gibt es" oder ein "gibt das" gemeint ist; der Kontext soll es wohl richten? Ersetzung des "ph" durch "f"Jetzt wird's -- für mich -- besonders gruselig in der Geisterbahn der Sprachver(w)irrungen. Oh mein geliebter Delphin! Philosophisch betrachtet, wehrest Du Dich der Paragraphen, welche Dir peripher vorbei gehen! Man "übersetze" das in das "neue" Format: Oh mein geliebter Delfin! Filosofisch betrachtet, wehrest Du Dich der Paragrafen, welche Dir perifer vorbei gehen! Habe ich da vielleicht ein oder zwei "ph" zuviel durch ein "f" ersetzt? Ups. Naja, macht nichts -- wenn etwas eh schon häßlich ist, dann kommt es darauf auch nicht mehr an. Man sieht aber sehr schön den Unterschied zwischen alter & neuer Fassung, sowohl vom Stil her als auch das, was es mit einem im Kopf macht, wenn man es liest. Als besonders abschreckendes Beispiel ist eine Verrenkung folgenden Wortes: Symphonie Es wurde nicht bloß das "ph" darin durch ein "f" ersetzt, sondern das "y" durch ein "i" und das ihm nachfolgende "m" durch ein "n": Sinfonie Warum?! Aus meiner Sicht war es sprachlich ein so schönes Wort! Man macht doch auch nicht etwas Schönes mit Vorsatz und völlig ohne Not häßlich, oder? Kann ein Ausländer dadurch leichter deutsch lernen? Wohl kaum, sondern ganz im Gegenteil: Dadurch, daß es nun einmal dieses Stückwerk aus alter & neuer Rechtschreibung gibt, wird er noch mehr verwirrt und greift sich bei derartigen Verunstaltungen wie beim Beispiel "Symphonie" nur noch mehr an den Kopf. Was, genau, ist also sprachlich damit gewonnen? Ich verstehe es bis heute nicht. Dreif(ff)ache KonsonantenAuch arg gewöhnungsbedürftig bis bei mir Brechreiz hervorrufend: das Stehenlassen des dritten Konsonanten eines Doppelwortes, wenn das eine Wort am Ende zwei gleiche Konsonanten hat, mit dem das zweite Bindewort anfängt. Ein Klassiker ist: Schiffahrt Das war die normale Version nach alter Regel. Die Neue lautet: Schifffahrt Auch dabei überkommt mich regelmäßig ein leichter Schauer über den Rücken, und ich versuche regelmäßig, den dritten Konsonant einfach zu überlesen. Wortgebilde, die aus vielen aneinandergereihten Konsonanten bestehen, bevor wieder ein Vokal folgte, kannte ich bis dato nur aus anderen Sprachen, etwa das klassische "czsz". Üblich waren in der deutschen Sprache daher 1-2 Konsonanten, in einer Kleinzahl auch drei. Nun hat sich der Anteil der dreiwertigen Konsonanten durch den Wegfall der alten Regel, einen Konsonant zu streichen, erhöht. KommasetzungIm Zuge meiner Recherchen für die Erstellung dieser Seite fiel mir auf, daß auch die Kommasetzungen aufgeweicht, wenn nicht gar in bestimmten Fällen eleminiert wurden (siehe Wikipedia-Link weiter unten). Werden zum Beispiel zwei Hauptsätze in einem Satz mit einem "und" verbunden, so mußte zwingend vor diesem "und" ein Komma kommen, um anzuzeigen, daß man keine Aufzählung macht -- eine durchaus sinnvolle Regel, denn man liest ganz anders, wenn man entweder um einen folgenden Hauptsatz oder um eine Aufzählung weiß. Fehlt diese wichtige Unterscheidung, stört das den Lesefluß enorm. Was es für Stilblüten treiben kann, wenn man mit Kommata nicht richtig umgeht, legt folgendes Beispiel dar: Komm Opa essen! Komm, Opa, essen! Komm, Opa essen! Komm Opa, essen! Variante eins ist sich unschlüssig, was sie will: Variante zwei? oder drei? vielleicht doch Variante vier? Ohne Kommasetzung bleibt die Intention unklar. In Variante drei wird ein Dritter aufgefordert, Opa zu essen -- etwas, das wahrlich keiner will. Also achte man bitte auf eine gescheite Kommasetzung! Aber wie soll man (und vor allem als Ausländer) das lernen, wenn es hierfür kein klares Regelwerk mehr gibt und ein Komma einfach weggelassen werden darf? Rein logisch betrachtet erschafft dies einen großen Unsicherheitsbereich, und man läßt Kommata lieber ganz weg. Doch damit nicht genug: der Irrsinn geht stetig weiterNachfolgend findet sich eine Linksammlung, welche die Unterschiede zwischen der alten Rechtschreibung und der sogenannten neuen aufzeigt. Dabei wird deutlich: Mit der Einführung der "neuen" Schreibweisen im Jahre 1996 sind noch mindestens 4 weitere Änderungsjahre hinzu gekommen -- als ob man eine Fehlkonstruktion durch Nachrüstanweisungen wieder richten könnte. https://www.unker.com/de/neue-rechtschreibung https://de.wikipedia.org/wiki/Reform_der_deutschen_Rechtschreibung_von_1996/Neuerungen Abrufdatum der Links: 17. Juni 2026 Abseits der "Neuen deutschen Rechtschreibung"DuzenWar es früher beim arbeitenden Volk Usus, sich zu duzen, das mit Einzug von gewerkschaftlichen Vertretungen, aber auch innerhalb bestimmter Parteien in Deutschland Einzug fand, sich ohne vorherige Absprache zu duzen, wird heute ohne Rücksicht auf Verluste wie dem Respekt des Anderen gegenüber gnadenlos das "Sie" durch ein "Du" ersetzt. Wie gerade mit dem "Respekt" angeführt, ist das Siezen ein Ausdruck desselben. Und wenn man schon duzt, dann sollte das "Du" auch der Höflichkeit sowie des Respekts wegen groß geschrieben werden. Duzen anstatt zu siezen setzt den Respekt herab, und ein klein geschriebenes "du" senkt ihn sogar noch weiter herab. Durch Siezen zeigt man an, daß man sich der anderen Person, die man gerade anspricht, respektvoll gegenüber zeigt. Ein "Du" erzeugt eine verminderte emotionale Distanz; eine, die nicht jedem Menschen behagt. Zu Recht fühlt sich so Mancher in seiner Intimsphäre verletzt, wenn man ihn einfach duzt, vor allem die ältere Generation, die, wie ich, noch diesen feinen Unterschied im Sprachgebrauch erlernte. Es war stets den Älteren vorbehalten, bei einer gewissen Sympathie den Jüngeren das "Du" anzubieten; erst danach konnte es frei verwendet werden, aber auch nur dieser Person gegenüber. Die Etikette verbot es, daß Jüngere den Älteren das "Du" anboten oder es einfach verwendete. Nun könnte man denken, daß es eine archaische, vorgestrige Denkweise sei: ist es nicht. Sogar im englischen ist das heutige "you" tatsächlich ein "Sie", denn ein englisches "Du" war ein "thou". Selbst Wikipedia spricht von einer Kultur der Unhöflichkeit, die laut ihrer Auffassung jedoch gewichen sei: https://de.wikipedia.org/wiki/Pronominale_Anredeform vom Stand: 17. Juni 2026 Fakt ist, daß sich die ältere Generation, die noch nicht durch den demographischen Wandel dahingeschieden ist, durch unaufgefordertes Duzen vor den Kopf gestoßen fühlt. Unvollständige Sätze.Eine horrende Stilblüte, hauptsächlich aus dem Marketing/der Werbung bekannt, ist die Unart, unvollständige Sätze mit einem Punkt zu beenden. Ein vollständiger Satz besteht aus Subjekt, Prädikat und Objekt. Fehlt eines dieser Bestandteile oder auch nur ein Teil, etwa des Prädikates, so handelt es sich nicht um einen vollständigen Satz. Sämtliche (Zwischen-)Überschriften auf dieser Seite haben am Ende keinen Punkt. Warum? Weil es keine vollständigen Sätze sind. Oh? Sie haben doch den Punkt am Ende dieser Zwischenüberschrift bemerkt? Korrekt, das war Absicht, um die Sinnlosigkeit überflüssiger Satzzeichen zu demonstrieren. Sieht nicht nur komisch aus, sondern ist auch komisch! Ein Punkt am Ende eines Satzes soll wohl der Betonung dienlich sein. Nur blöd, daß Menschen diese Unsitte auch in ihren Alltag einbauen. Dadurch wird einer Geltungsbedürftigkeit Vorschub geleistet, denn: Seht her! Mein Satz ist so wichtig, daß ich ihn, trotz oder gerade wegen seiner Unvollständigkeit noch extra betonen muß! Punkt. Denglis(c)hAus unserem heutigen Sprachbild ist es kaum noch wegzudenken: die Verwendung englischer Wörter als Synonym für ihre deutschen Pendants. In der Computertechnik mag das in Teilen noch nachvollziehbar sein, aber wenn mich eine 16jährige fragt, ob ich "beef" mit jemandem hätte: Warum sollte ich Rindfleisch mit jemandem haben? Natürlich lasse ich mir solche unbekannten Wortkonstellationen erklären -- derjenige, der sie verwendet, sollte deren Bedeutungen auch kennen, sonst macht man sich lächerlich. Weiteres Beispiel: "Ey, chill mal!" Aus dem englischen bedeutet "to chill": kühlen. Mir wird quasi befohlen, daß ich mich kühlen soll. Wenn mir aber so schon kalt ist? Das Wort hat im englischen sogar drei Bedeutungen. Neben besagtem "kühlen" und sogar eine "Erkältung" gibt es noch eine ausschließlich US-amerikanische Bedeutung: "chill out", mit dem Zusatz "out", der in Verwendung (mit) der deutschen Sprache (sic) jedoch nicht mit vorkommt und somit uneindeutig ist. Es müßte also korrekt heißen: "Ey, chill mal out!" Klingt allerdings nicht minder bescheuerter. Früher™ hieß es salopp: "Ey, komm ma runter!" oder "Ey, entspann Dich mal!" Warum ausgerechnet diese Stilblüte so reichlich verwendet wird? Es hat wohl etwas mit dem allgemeinen Sprachniveau in der Bevölkerung, Politik und den Medien zu tun. Es könnte aber auch sprachliche Faulheit sein. "entspann Dich mal" hat genau zwei Silben weniger als "chill mal". Als eine weitere Hauptursache halte ich das Fernsehen für mitschuldig. Wer sich alte Kriminalserien anschaut, dem begegnet in der Regel die deutsche Abkürzung "DNS" für (menschliches) Genmaterial; wer sich aktuelle Kriminalserien anschaut, der wird ausschließlich mit "DNA" konfrontiert. Aber auch wieder Europas größtes Computermagazin hat mir auf Nachfrage mitgeilt, warum man redaktionell lieber auf "DNA" anstatt "DNS" setzt: man könnte "DNS" (die Gene) mit "DNS" (dem Internet-Namensregister "Domain Name System") verwechseln. Dieses Argument ist jedoch nicht haltbar, denn es kommt stets auf den Kontext an. Niemand würde in einem Computer-Namensregister menschliches Erbgut vermuten, und anders herum natürlich auch nicht. Das ergibt einfach keinen Sinn. Derlei Stilblüten gibt's noch viel häufiger. Oft werden sie aus Opportunismus verwendet, weil man damit anzeigen will, daß man der US-Administration wohlgesonnen ist; Oft werden englische Pendants auch bewußt emotional verwendet, etwa, um "cool" zu sein. Dabei läßt man jedoch außer Acht, daß man damit gerade die deutsche Sprache abwertet, weil diese im Umkehrschluß als "nicht cool genug" da steht. Ironie des Schicksals: Gerade die englische Sprache ist deutlich unterkomplexer als die deutsche, und es gibt mit dem britischen und US-amerikanischen Englisch auch noch deutliche Unterschiede. Es war, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, eine eBay-Seite vor etlichen Jahren, auf der man noch zwischen "English (traditional)" und "English (Simplified)" wählen konnte, analog zur chinesischen Sprache, während das britische Englisch das traditionelle repräsentiert, hier in Deutschland aber ausschließlich US-amerikanische Begriffe verwendet werden. Wer "chillen" will, der hat nicht nur eine bereits vereinfachte Sprache benutzt, sondern die Vereinfachung noch einmal vereinfacht, indem er das dazugehörige "out" am Ende einfach wegläßt. Damit wird der Sinn ad absurdum geführt, und aus einem "entspannen" oder "sich abregen" wird ein "kühlen" -- oder am Ende sogar eine Krankheit, eine "Erkältung". Ein boshafter Zeitgenosse könnte jemandem, der einem anderen sagt, daß er "chillen" soll, unterstellen, daß er ihm eine Krankheit, nämlich eine Erkältung, wünscht. Da fällt mir siedend heiß ein: Coffee to go! Jeder Brite greift sich bei diesem Satz an den Kopf, der US-Amerikaner wird ihn verstehen, und der Deutsche denkt sich: "Kaffee aus Togo, einem afrikanischen Land?" Warum sagt man nicht einfach: "Kaffee zum Mitnehmen"? Ja, ja, habe schon verstanden: es klingt nicht "cool" genug. Manchmal habe ich das Gefühl, daß die Menschen beim Sprechen überhaupt nicht mehr denken, geschweige denn reflektieren, was sie da gerade gesprochen und wie sie es formuliert haben. Wie sollten sie auch? Man müßte das Bildungsniveau von heute mit dem von vor 40 Jahren vergleichen. Darin dürfte man sehr wahrscheinlich die Ursache finden. Was ein Mensch nicht gelernt hat, das kann man ihm schwerlich zum Vorwurf machen. Dennoch entbindet es nicht von einer gewissen Verantwortung, zumindest mal darüber nachzudenken und eigene Schlüsse daraus zu ziehen, zumal Sprache etwas ist, das man täglich verwendet. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, daß durch unsere Verbundenheit mit den USA enorm viele Aspekte in unsere Gesellschaft einfließen; so manch Einer nannte das bereits "Veramerikanisierung der deutschen Gesellschaft". Das kann man nun positiv oder negativ bewerten. In Bezug auf den allgemeinen Sprachgebrauch hat es aus meiner Sicht allerdings enorm geschadet. Sprache ist ein Werkzeug zur Verständigung. Wenn man die gemeinsame Basis durch schwammige und undurchsichtige Regeln sowie durch den Einfluß von Drittsprachen nur groß genug aufweicht, so kann das gesamtgesellschaftlich ein Problem für den sozialen Frieden darstellen. Vielleicht male ich damit etwas zu dick den Teufel an die Wand? Gut möglich, aber ich hoffe, daß ich mich irre. Diese Seite soll einen Teil dazu beitragen, die Zahnräder im Kopf einzuschalten und zu ölen. Ich verlange keine sofortige Rückgängigmachung der "neuen" Reformen und das Verbannen allen Englischen aus dem deutschen Sprachgebrauch; langfristig dürfte allerdings durch bewußte Verwendung ausschließlich deutscher Wörter mit klaren Regeln die einzige Form sein, mit der die deutsche Sprachkultur an sich noch bewahrt werden kann. Vielleicht soll jedoch die deutsche Sprache langfristig durch die englische ersetzt werden? Je mehr englische Teile Jahr für Jahr als Ersatz für deutsche Worte einfließen, desto härter wird dieser Verdacht. Warum ich das "c" in "Denglis(c)h" in Klammern schrieb? Klammern sind ein Auslassungsmerkmal, deren Inhalt weggelassen werden kann. "Denglisch" ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus "deutsch" und "englisch". Doch "englisch" schreibt sich nur in deutsch mit "c", im englischen jedoch nicht (und spricht sich auch anders aus: "inglish"). Habe ich nun ein Wort, das beide Sprachen miteinander kombiniert, dann müßte es korrekt "Denglish" heißen, denn der erste Wortteil, "De", beschreibt die deutsche Sprache, während der zweite, "nglish", die englische Sprache beschreibt. Soweit klar? Die neueste Sau trieb gerade der Fernsehsender RTL durchs Dorf. Dort ging es um Berufsbezeichnungen. Der Klassiker: Mit "Facility Manager" ist ein einfacher Hausmeister gemeint. Dann wurden noch weitere englische Wortungetüme hervorgekramt, die ein normaler Deutsch-Muttersprachler kaum dechiffrieren kann, und behauptet: die Berufe müssen heute auf englisch so heißen. Liebe RTL-Redaktion: nein, das müssen sie nicht. Mit solchen Beiträgen erhöht man nur die sprachliche Verdummung und ersetzt schleichend immer mehr deutsche Begrifflichkeiten durch englische. Ich bin jetzt bestimmt ein Verschwörungstheoretiker™. Man setzt natürlich dort an, wo man sich am schlechtesten wehren kann: bei den jungen Menschen, die nach der Schule Arbeit suchen und ihre Bewerbungen entsprechend in (d)english halten müssen, um überhaupt Aussicht auf eine Einstellung zu haben. Das nennt man dann wohl "englisch von hinten durch die Brust". Schließlich können sich arbeitssuchende Menschen nach ihrer schulischen Ausbildung kaum erwehren, sind sie in der Regel, da ja ohne Arbeit, mittellos. Ohne Geld & Lobby darf man keine Forderungen stellen -- auch nicht, deutsche Begriffe anstatt englische zu verwenden. ___ Leben Sie lange und in Frieden. -Fortsetzung folgt, "work in progress", wie man so schön auf neudeutsch sagt, also: diese Seite steht unter Bearbeitung -- Änderungen vorbehalten |
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